Zur Zeit auf Jamendo:

Castanea – new album release

22 05 2009

… das erste Leermond Album nach langem musikalischem Winterschlaf. 

There are also release notes about the album in English on this special page.

Castanea (Leermond, 2009)

Castanea (Leermond, 2009)

Elektronik irgendwo zwischen heiter und melancholisch, Schiller und Röyksopp, ambient und dancefloor, avantgarde und pop. Eigentlich nur eine E.P. und dabei aber ein Meilenstein auf dem Weg zu einem kompletten Album. Mir liegt jedoch viel daran diese vier Songs jetzt zu veröffentlichen, die in den letzten drei Monaten entstanden.

Eine Besonderheit ist die Zusammenarbeit mit Ivan1984 im Song Kastanien. Danke an Ivan!

Das Cover – eine ungewöhnliche Interpretation eines kosmischen Ereignisses – zusammen mit dem Titel des Albums sowie dem Song Kastanien stellt ein gewisses Rätsel dar. Wo ist der Zusammenhang? Warum heisst der Song “Kastanien”? Wer löst das Rätsel? Nun, hier ist die Tracklist mit meinen Anmerkungen.

1. Kastanien – featuring Ivan1984

“Gebe mich den Träumen und Visionen hin, vergess das graue Leben.”

Die Idee entstand durch den Emailkontakt mit Ivan1984, der guten Seele Jamendos. Ivan hatte gerade bei Songs zweier Künstler seine Stimme eingebracht. Das brachte mich auf die Idee, ihn zu bitten, einen deutschen Satz einzusprechen.  ”Gebe mich den Träumen und Visionen hin, vergess das graue Leben.”  Der Satz stammt aus den Lyrics meines 1993er Albums staircase, die nur auf dem Cover zu lesen waren und von Sascha (Die Schatten) geschrieben wurden. Mich hat das Besondere daran gereizt, dass ein Engländer einen deutschen Satz spricht. Und das relativ spontan. Ich habe den natürlichen Rhythmus des Samples, wie es Ivan an seinem Computer aufgenommen hat unverändert genommen und den Song darum strukturiert. Dabei habe ich Ivan zum singen gebracht, mit Hilfe eines Vocoders. Das Ergebnis ist ein Song mit heiterer Melancholie und einem ganz klar absichtlichen Hang zum Ohrwurm

2. Zion

In diesem Song steckt die Grundidee von Leermond ganz besonders. Einfache Melodien auf harmonischen Flächen, vielschichtig arrangiert, verschiedenste Sounds und Samples, die trotz Traurigkeit ein gutes Gefühl entstehen lassen. Er orientiert sich an dem, was zur Zeit meinen Geschmack trifft. Schiller, Röyksopp und immer noch Deine Lakaien. Und vieles andere. Das Sample  der Straßenathmosphäre fand ich zufällig und doch trifft es einen besonderen Nerv. In der Zionskirchstraße (Berlin) erlebte ich meine bisher intensivsten Erfahrungen als Musiker. Mit meinen Bands Sinister Vacancy, Die Schatten und dem Leermond Vorgänger. Zion ist deshalb auch ein Brückenschlag zwischen damals und heute.

Sample: “0150.Heimlich_ManAver.Berlin.Zionskirchplatz” Autor Heimlich Man, gefunden bei soundtransit under Creative Commons License.

3. Wasser

Eigentlich nur ein experimenteller Lückenfüller, trotzdem mit etwas Besonderem. Der Song verwendet ein Sample eines Songs meiner allerersten Band von 1989 und ist somit eine Erinnerung an die absoluten Anfänge (wir hatten eigentlich nicht einmal Instrumente).

4. Melancholic Afro Leermond Remix

Mit freundlicher Genehmigung von Ninthwave Records und LAPTOPROCKERS!

Dieser Remix entstand im Februar 2009 als Beitrag zum Remix Wettbewerb auf Laptoprockers.com Remix Contest: Kraftwerk Meets Human League [ 2009 ] zum Song melancholic afro für den Empire State Human, mit Wolfgang Flür von Kraftwerk zusammenarbeiteten. Ich habe für den Remix nur die Original Gesangsspuren verwendet. Der ganze Song drumherum ist vollständig Leermond. Ich habe mir den original Song nicht einmal vorher angehört, bevor mein Mix fertig war. Er sollte die Simplizität von Kraftwerk in einem modernen Gewand rüberbringen. Und trotzdem auch typisch Leermond. Zwar hat es nicht für einen Gewinn gereicht, aber nur knapp. Bei immerhin über 50 eingesendeten Remixen kam ich in die enge Auswahl des Jurypreises der Laptoprockers, die in Ihrer Laudation schrieben: “We came across Leermond’s unexpected composition that we somehow couldn’t get out of our heads. Psychedelic and middle of the road at the same time.” Stimmt.





steps of stone and spirit

16 02 2009

Nach 8 Tagen Codierung auf der Jamendo Serverfarm ist das Album nun endlich released. Diese 8 Tage sind aber nur ein Wimpernschlag im Verhältnis zur Zeit, die seit dem Entstehen dieses Albums bis heute vergangen ist.

Hinzu kam einige Zeit des Überlegens, dieses Album zu veröffentlichen. Ich tue es nun. Es ist jedoch ein Liebhaberstück. Es wurde im Herbst 1993 aufgenommen und war mein erstes Werk, welches ich in Eigenregie produziert habe. Nicht meine erste Musik, ich hätte da noch älteres im Angebot…

Eigentlich als Weihnachtsgeschenk für die Freundin und engere Freunde und Familie aufgenommen, blieb es auch bis heute nur in diesem Kreise bekannt.

Damals verwendete ich den Projektnamen staircase. Das Album ist rein elektronisch. Der Stil ist schwer zu beschreiben zumal es damals nicht die heute üblichen Tags gab. Heute würde ich es als electronic, ambient, chillout, pop bezeichnen. Mit Einflüssen von Darkwave (Deine Lakaien, Dead Can Dance) aber auch Klassik. Es entsteht eine Atmosphäre, die den Hörer in eine andere Welt versetzen kann, wenn er sich der Musik hingibt (also am besten Kopfhörer aufsetzen. Viele kleine versteckte Melodien werden erst beim genauen Hinhören hervortreten. Trotzdem ist es kein langsames Album. Ich bin gespannt, wie andere das Album nun beschreiben werden.

Die Aufnahmetechnik damals hält nicht mit heutigen Standards mit, auch nicht im Homerecoding Bereich. Das bitte ich bei der Bewertung des Albums zu berücksichtigen. Aufgenommen wurde mit einem Kawai K4 Syntheziser, einem Alesis D4 Drummodul, einem kleinen Mischpult und einem Tapedeck zur Aufnahme. Angetrieben von einem Atari 1024 ST mit Notator Logic. Alles musste in einem Rutsch aufgenommen werden und somit Kompromisse gemacht werden. Erst 1998 habe ich das Material vom Tape digitalisert. Nun freue ich mich, es einem breiteren Publikum präsentieren zu dürfen. Als Start von neuen Veröffentlichungen mit Musik von mir – aus dem neuen Jahrtausend.





Leermond – das Projekt

10 02 2009

 

roter Vollmond

Mit Beginn der 90er (des letzten Jahrtausends) begann ich Musik zu machen – in Bands und für mich allein. Als Kind hatte ich bereits mehrere Jahre Klavier gespielt.
Meine wichtigsten Bands waren Sinister Vacancy, die sich wieder auflösten, und Die Schatten, die bis heute existieren. Daneben habe ich ein Soloprojekt betrieben, dessen Musik jedoch bisher nur in kleinem Kreise bekannt war, da ich diese Musik nicht veröffentlicht habe. Hauptgrund war, dass es damals deutlich schwieriger und teurer war, seine Musik zu verbreiten. In den letzten Jahren ruhten dann meine musikalischen Aktivitäten. Damals benutzte ich den Projektnamen staircase, welcher heute aber von verschiedenen anderen Bands benutzt wird. Deshalb habe ich einen neuen Namen gesucht und mit Hilfe meiner 5-jährigen Tochter gefunden. Sie fragte mich, nach dem ich ihr den Vollmond gezeigt hatte, wann es dann einen Leermond gäbe. Das war eine sehr originelle Frage von ihr. Zwar gibt es dieses Wort tatsächlich, doch wird es selten gesprochen. Sie hat es quasi für mich erfunden. Verwendet wird es zur Bezeichnung einer Mondfinsternis, wodurch der Begriff wiederum perfekt in die Schattenwelt passt.
Leermond – meine Musik bewegt sich irgendwo zwischen Deine Lakaien und Schiller und macht dabei ein paar Umwege über den Mond. Es ist Musik zum zuhören, zum hinhören. Ich lege viel Wert auf Harmonien, viele kleine Melodien, gute Sounds aber auch interessante Drumlines.
Bediente Schubladen sind also ambient, soundtrack, electronica, darkwave, pop, classic, chillout.
In den 90ern:
Kawai K4 Synthesizer, Akai S2000 Sampler, Alesis D4 Drummodul
Atari 1024 (1 MB RAM, keine Festplatte!)
Logic Notator SL und zugehöriges Midiinterface
kleines phonic Mischpult
Für die Aufnahmen, die nicht in einem Tonstudio entstanden – ein DENON Tapedeck.

Heute:
K4 – als Masterkeyboard
Apple Macbook
Apple Logic Express 8 + Softwaresynthesizer
emagic mt4 Midi Interface

Nun, ich habe also wieder begonnen, Musik zu machen und dies zum Anlass genommen, meine bisherige Musik zu veröffentlichen und eine Präsenz – oder mehrere – meines Projektes zu schaffen. 

Viel Spaß an und mit meiner Musik!